Für viele Menschen mit Epilepsie ist das tägliche Leben ein Balanceakt zwischen Medikamenteneinnahme und dem ständigen Schatten unvorhersehbarer Anfälle.
Während traditionelle Antiepileptika (AEDs) bei der Mehrheit der Patienten wirken, leidet etwa ein Drittel an „therapierefraktärer Epilepsie“ – einer Form, bei der Medikamente keine ausreichende Kontrolle bieten.

Hier kommt die Stammzelltherapie ins Spiel – nicht nur als medizinische Alternative, sondern als potenzieller biologischer Neustart für das Gehirn.
In diesem Leitfaden untersuchen wir, wie sich die Stammzelltherapie vom Labor in die klinische Praxis bewegt und einen innovativen Ansatz zur neurologischen Reparatur bietet.
Epilepsie ist eine neurologische Erkrankung, die durch abnormale elektrische Aktivität im Gehirn verursacht wird und sich durch Bewusstseinsverlust, Muskelkontraktionen oder emotionale Veränderungen äußern kann.
Der Verlauf kann stark variieren. Bei manchen treten Anfälle selten und mild auf, bei anderen häufig und schwer.
Diese Methoden bieten jedoch nicht immer eine dauerhafte Lösung. Hier hebt sich die Stammzelltherapie hervor, da sie das Potenzial bietet, geschädigtes Nervengewebe im Gehirn zu regenerieren.
Stammzellen sind spezialisierte Zellen mit der Fähigkeit, sich in verschiedene Zelltypen im Körper zu entwickeln.
Die Stammzelltherapie bei Epilepsie nutzt in der Regel autologe Stammzellen (aus dem eigenen Gewebe des Patienten). Dabei werden Stammzellen aus Knochenmark oder Fettgewebe entnommen, im Labor aufbereitet und zur Unterstützung der Gehirnfunktion eingesetzt.
Neuere präklinische und klinische Studien unterstützen die positiven Effekte der Stammzelltherapie bei Epilepsie.
Eine Studie aus dem Jahr 2020 zeigte eine signifikante Reduktion der Anfallshäufigkeit sowie eine Verbesserung der kognitiven Funktionen nach Anwendung autologer mesenchymaler Stammzellen.
Tierstudien belegen zudem, dass Stammzellen die Bildung neuer Neuronen im Hippocampus fördern und die elektrische Aktivität stabilisieren.
Obwohl sich die Therapie noch in der Entwicklungsphase befindet und Langzeitstudien erforderlich sind, deuten aktuelle Daten auf ein großes Potenzial für die Zukunft der Epilepsiebehandlung hin.
| Zelltyp | Primäre Quelle | Funktion bei Epilepsie | Potentieller Nutzen |
| Mesenchymale Stammzellen (MSCs) | Knochenmark / Nabelschnurblut | Starke entzündungshemmende und immunmodulierende Wirkung | Reduziert Anfallshäufigkeit und fördert Heilung |
| Neuronale Stammzellen (NSCs) | Spezialisiertes Gewebe | Differenzierung zu funktionierenden Neuronen | Direkte Reparatur geschädigter Hirnareale |
| Induzierte pluripotente Stammzellen (iPSCs) | Eigene Haut-/Blutzellen | Im Labor erzeugte „maßgeschneiderte“ Neuronen | Kein Abstoßungsrisiko; hoch personalisiert |
Die Therapieentscheidung sollte stets nach umfassender neurologischer und spezialärztlicher Bewertung erfolgen.
Bei Rumi Pulse werden autologe Stammzellen verwendet. Die Behandlung erfolgt unter sterilen Laborbedingungen und wird von einem erfahrenen medizinischen Team durchgeführt.
Diese Methode zielt darauf ab, die Gehirnfunktion auf natürliche Weise durch Aktivierung der körpereigenen Regenerationsfähigkeit zu unterstützen.
Die Stammzelltherapie bei Epilepsie ist einer der innovativsten Ansätze der modernen Medizin. Auch wenn noch nicht alle Fragen abschließend beantwortet sind, zeigen aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse vielversprechende Perspektiven.
Wenn herkömmliche Therapien nicht ausreichen, kann die Stammzelltherapie eine bedeutende Alternative zur Verbesserung der Lebensqualität und Anfallskontrolle darstellen.